Flugblatt des AGBSW Berlin vom 21. Januar 2026
Die Kolleginnen und Kollegen der Tochtergesellschaften von Vivantes (namentlich Vivantes Service GmbH VSG, VivaClean Nord, VivaClean Süd, SVL Speiseversorgung und -logistik, Rehabilitation sowie MVZ Medizinische Versorgungszentren) haben für die aktuell begonnene Tarifauseinandersetzung mit ihrer Gewerkschaft ver.di die Forderung „100 % TVöD“ beschlossen.
In den jetzt begonnenen Verhandlungen gilt unsere volle Solidarität und uneingeschränkte Sympathie den Beschäftigten der Vivantes-Tochterfirmen.
Wir stehen an der Seite der Kolleginnen und Kollegen, denn sie sind in Reinigung, Sterilisation, Essensversorgung, Krankentransport, Medizintechnik, Logistik, Sicherheit, Handwerk und anderen Bereichen ein unverzichtbares Element der Vivantes-Gesundheitsversorgung für Berlin. Als unersetzbare Beschäftigte im Krankenhaus gehören diese Mitarbeiter zur öffentlichen Daseinsvorsorge und müssen dementsprechend zum Flächentarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gehören.
Auf dem BSW-Landesparteitag am 27.09.2025 hatten Kolleginnen und Kollegen der Vivantes-Tochterfirma VSG Gelegenheit, die Forderungen ihres Kampfes darzustellen. In ihrem Beitrag heißt es unter anderem:
„Wir kämpfen
- für den 100%igen Flächentarifvertrag unserer Gewerkschaft ver.di
- für die Verschmelzung unserer Billiglohngesellschaften mit dem Mutterkonzern
- wie unsere Pflegekollegen für mehr Personal und somit für bessere Arbeitsbedingungen
- für die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Finanzierung unseres kommunalen Gesundheitssystems und nicht für Milliarden für Waffen
- für die humane zivile Gesundheitsversorgung unserer Stadt. (…)
Inzwischen haben unsere Forderungen mehrfach Einzug in diverse Koalitionsverträge gefunden. Das Problem ist nur, dass Wahlversprechen nach der Wahl keinen Wert mehr zu besitzen scheinen. Die Glaubwürdigkeit aller bisherigen politischen Parteien sinkt somit ins Bodenlose und uns fehlt eine wirkliche, klare und eindeutige politische Interessensvertretung.“
Der CSU/SPD-Senat hat im Koalitionsvertrag vom April 2023 den Beschäftigten der Vivantes-Tochterfirmen und der Charité Facility Management (CFM) die Rückführung – „schnellstmöglich“ in Vivantes bzw. in die Charité versprochen. Was ist geschehen? Nichts! Ver.di hat zurecht von einem „kaltschnäuzigen Bruch“ des Koalitionsvertrages gesprochen. Zwei Jahrzehnte dauert das Elend der Ausgründung und des Lohndumpings fort, eingeleitet von einem Senat von SPD/Linke (damals PDS), fortgeführt von Rot-Grün-Rot und Schwarz-Rot. Dieser fort-währende Skandal muss endlich beendet werden.
Der Kampf für die vollständige Rückführung in die Muttergesellschaften ist nicht möglich ohne gewerkschaftliche Organisierung und Mobilisierung. Er verlangt ebenso eine politische Kraft, die den Willen hat – gegen das Versagen der etablierten Parteien – für politische Entscheidungen zur Durchsetzung der Forderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzutreten. Dazu will Arbeit und Gewerkschaft beim BSW beitragen.
Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen und ihrer Gewerkschaft ver.di eine erfolgreiche Tarifauseinandersetzung für „100% TVöD“ und ihre Forderungen. Wir werden sie mit unseren Mitteln unterstützen.
Mit solidarischen Grüßen
Arbeit und Gewerkschaft beim BSW (AGBSW Berlin)
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